Intec/Z connect 2021

Daniel Schilling,

Produktion von morgen - Professor Martin Dix im Interview

Professor Martin Dix ist seit Oktober 2020 einer der drei Institutsleiter des Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz.Zugleich wurde er zum Professor für Produktionssysteme und -prozesse an der TU Chemnitz berufen. Wir sprachen mit ihm über Forschung für industrielle Anwendungen und die Zukunftsperspektiven der deutschen Industrie.

Professor Martin Dix erforscht am Fraunhofer IWU und der TU Chemnitz Grundlagen und Anwendung neuer Produktionstechnologien. © Fraunhofer IWU

Welche Rolle spielt der Mensch in der Produktion von morgen?

Der Mensch wird nie aus der Produktion verschwinden. Im Vergleich zur künstlichen Intelligenz sind nur Menschen wirklich kreativ und auch deutlich flexibler als jede Produktionsanlage. Menschen machen aber auch Fehler. Eine moderne Produktion erlaubt daher im besten Fall dem Menschen kreativ zu sein, indem sie ihn von Routinearbeiten entlastet, und gleichzeitig Fehler verhindert.

Was unterschiedet Forschung an der Universität und an einem Fraunhofer-Institut? Warum die Doppelrolle?

Es sind zwei verschiedene Ausprägungen von Forschung: Die Universität erlaubt Freiräume in der Forschung, junge Wissenschaftler können auch an ausgefalleneren Ideen mit niedrigen TRL arbeiten, die sich am Ende vielleicht nicht in einer realen Produktion sofort realisieren lassen, aber wertvolle Denkanstöße geben. Am IWU arbeiten wir sehr anwendungsnah und ergebnisorientiert im engen Austausch mit der Industrie. Hier sind vor allem erfahrene Mitarbeiter entscheidend. Im Zusammenspiel ergeben sich somit die größten Potentiale.

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Wie sehen Sie das Zusammenwachsen von IT und OT?

Betrachtet man die verschiedenen Ebenen in einer vernetzten Fabrik, dann ist es wichtig, dass Störungen und kritische Veränderungen zum einen schnell und sicher erkannt werden und am besten automatisiert an der richtigen Stelle gelöst werden. Probleme auf der Prozessebene, auf dem Shopfloor, müssen in Echtzeit gelöst werden können - also auf der Prozessebene mittels Anpassung in der Maschinensteuerung. Wenn ein Prozess nachgeregelt werden muss, muss das sofort passieren, weshalb hier Clouddienste nicht die Lösung sind. Das Problem auf eine höhere Ebene zu verlagern, schafft Verzögerungen. IIOT-Lösungen und Clouddienste sind die Lösung um vielfältige Daten von Subsystemen oder über die ganze Prozesskette zusammenzuführen. Machine Learning ist hierbei eine Methodik die uns erlaubt aus der Vielzahl der Daten auch über große Zeiträume Wissen zu generieren und die Produktion dadurch qualitätssicherer zu machen.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, freue ich mich, Sie auf der Intec/Z connect 2021 virtuell zu meiner Keynote zu begrüßen.

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