Quartalszahlen Q1/2021

Andrea Gillhuber,

Siemens hebt Jahresprognose an

Siemens gab heute seine Zahlen für das 1. Quartal 2021 bekannt. Die Konzernführung spricht von einem hervorragenden Start und erhöht die Jahresprognose deutlich.

Siemens hebt die Jahresprognose für 2021 auf 5,0 bis 5,5 Mrd. Euro an. © Siemens

„Hervorragender Start ins Geschäftsjahr 2021“ titelt die Siemens-Pressemitteilung zu den Zahlen des 1. Quartals des laufenden Geschäftsjahres. Nahezu in allen Segmenten kann der Konzern ein Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnen. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser: „Das Team hat trotz eines komplexen Umfelds eine hervorragende Leistung abgeliefert. Ich bin dankbar, so ein starkes Unternehmen an die neue Führungsriege übergeben zu können.“ Dies tut er im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Februar.

Als „komplexe Umfeld“ bezeichnet Kaeser unter anderem die Rahmenbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie sowie negative Währungseffekte. Dennoch übertrafen Auftragseingang, Umsatzerlöse und Gewinn nach Steuern im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2020 die Vorjahreswerte sowie die Markterwartungen deutlich.

Jahresprognose angehoben

Siemens rechnet weiterhin mit einem komplexen gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Das erste Quartal 2021 zeigte jedoch, dass sich die Bedingungen in Geschäften und geografischen Regionen zum Teil deutlich verbesserten. Sollten sich diese Bedingungen insbesondere für die kurzzyklischen Geschäfte in den kommenden Quartalen fortsetzen, rechnet der Konzern mit einem besseren Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021. Zwar geht Siemens weiterhin davon aus, dass negative Währungseffekte sowohl die nominalen Wachstumsraten beim Volumen als auch das Angepasste EBITA der Industriellen Geschäfte im Geschäftsjahr 2021 erheblich belasten werden, doch hebt der Verlauf des ersten Quartals die Erwartungen. Die Jahresprognose wird angehoben: Der Konzern erwartet ein moderates Wachstum der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis im mittlerem bis hohem einstelligen Prozentbereich. Das bedeutet, der Ausblick für den Gewinn nach Steuern wird auf einen Bereich von 5,0 bis 5,5 Milliarden Euro angehoben. Zum Vergleich: der Gewinn nach Steuern für das Geschäftsjahr 2020 belief sich auf 4,2 Milliarden Euro. Weiterhin erwarten die Verantwortlichen ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1.

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Die Zahlen im Überblick

Die Prozentangaben im folgenden Text beziehen sich auf Angaben auf vergleichbarer Basis (bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte).

Der Auftragseingang des Siemenskonzern stieg um 15 Prozent von 14,361 Milliarden Euro in Q1/20 auf 15,940 Milliarden Euro in Q1/21. Der Anstieg im Auftragseingang zieht sich durch alle Segmente, wird jedoch von Mobility angeführt, das ein sehr stark angestiegenes Volumen aus Großaufträgen verzeichnete.

Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 14,071 Milliarden Euro (Q1/20: 13,675 Milliarden Euro). Geografisch betrachtet, war das Wachstum in China und Deutschland am deutlichsten. Das Angepasste EBITA Industrielle Geschäfte legte bei Digital Industries von 1,533 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 2,128 Milliarden Euro zu. Zurückzuführen ist dies auf eine Erholung in den hochmargigen kurzzyklischen Geschäften sowie stark gesunkenen Personalrestrukturierungsaufwendungen.

Der Gewinn nach Steuern stieg aufgrund des stark gestiegenen Angepassten EBITA Industrielle Geschäfte (gegenläufig wirkte eine höhere Steuerquote) sowie eines positiven Beitrags aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 1,089 Milliarden Euro (Q1/20) auf 1,498 Milliarden Euro an. Zu beachten ist, dass das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Verlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthielt, hauptsächlich in Zusammenhang mit dem ehemaligen Energiegeschäft.

Der Free Cashflow der industriellen Geschäfte im Q1/21 beträgt 1,468 Milliarden Euro (Q1/20: 189 Millionen Euro).

Digital Industries – zweistelliges Wachstum in China

Ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte betrug das Wachstum im Auftragseingang von Digital Industries 2 Prozent (Q1/20: 4,228 Milliarden Euro; Q1/21: 4,120 Milliarden Euro). Besonders stark nahm das Automatisierungsgeschäft zu: In China und Deutschland verzeichnete die Sparte zweistelliges Wachstum. Der Umsatz stieg von im Vergleich zum Vorjahresquartal von 3,762 auf 3,765 Milliarden Euro an. In China legte der Umsatz im zweistelligen Prozentbereich zu. Das Software-Geschäft hingegen lag mit 1,004 Milliarden Euro leicht hinter dem Vorjahresquartal (1,014 Milliarden Euro) zurück.

Wie bereits erwähnt, profitierte die Entwicklung des Angepassten EBITA auch von im Vorjahresvergleich stark gesunkenen Personalrestrukturierungsaufwendungen (Q1/20: -115 Millionen Euro; Q1/21: -14 Millionen Euro) sowie von Kosteneinsparungen infolge der Umsetzung des Programms zur Optimierung der Kostenstruktur und aufgrund der COVID-19-Einschränkungen, wie geringere Reise- und Marketingaufwendungen.

Siemens Smart Infrastructure

Auch Smart Infrastructure konnte im Auftragseingang zulegen. Der Auftragseingang stieg um 7 Prozent von 3,756 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 3,806 Milliarden Euro. Der Umsatz ging leicht zurück (Q1/20: 3,529 Milliarden Euro; Q1/21: 3,477 Milliarden Euro), der Grund sind hier starke negative Währungsumrechnungseffekte. Auch in diesem Segment ist China ein Wachstumstreiber; im Land der Mitte verzeichnet Smart Infrastructure ebenfalls einen zweistelligen prozentualen Anstieg.

Siemens Mobility

Ein gegenüber dem Vorjahr sehr stark gestiegenes Volumen aus Großaufträgen verzeichnet die Mobility-Sparte: Der Auftragseingang legte um 67 Prozent von 1,665 Milliarden Euro auf 2,742 Milliarden Euro zu. Darunter befinden sich Aufträge aus Deutschland über 0,4 Milliarden Euro für Stadtbahnen, über 0,3 Milliarden Euro für Regionalzüge sowie ein Auftrag über 0,1 Milliarden Euro für Deutschlands Initiative zur Digitalisierung seiner Bahninfrastruktur. Die abgearbeiteten Aufträge sorgen für ein Umsatzwachstum von 2,180 Milliarden Euro auf 2,193 Milliarden Euro.

Siemens Healthineers

Eine Zunahme im Auftragseingang verzeichnet Siemens Healthineers: Er stieg von 4,125 Milliarden Euro im Q1/20 auf 4,387 Milliarden Euro im ersten Quartal 2021. Darin enthalten ist auch ein neues Volumen aus Coronavirus-Antigen-Schnelltests. Das Volumenwachstum wird allerdings zurückgehalten von starken negativen Währungsumrechnungseffekten. Die Umsatzerlöse stiegen um 13 Prozent von 3,587 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,868 Milliarden Euro im ersten Quartal. Das Angepasste EBITA ist von niedriger Vergleichsbasis angestiegen, enthielt aber negative Effekte in Höhe von 67 Millionen Euro in Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb von Varian Medical Systems sowie negative Währungseffekte.

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