Editorial

Andrea Gillhuber,

Immer so gemacht

Deutschlands Konjunktur schwächelt. Die Schuldigen wurden auch schnell gefunden: US-Präsident Donald Trump sowie die Briten mit ihrer Brexit-Achterbahn. Sicherlich haben Trumps (Twitter-)Entgleisungen für viel weltpolitischen und -wirtschaftlichen Schaden gesorgt. Doch eines ist sicher: Er alleine trägt nicht die Schuld daran, dass in Deutschland die Konjunktur schwächelt.

Andrea Gillhuber, SCOPE-Chefredakteurin. © WBM

Meiner Meinung nach gibt es ein typisch deutsches Problem: Wir machen Dinge so, weil wir sie schon immer so gemacht haben. Da wir seit Jahrzehnten in einigen Bereichen technologisch führend sind, sind wir das auch heute und werden es auch in Zukunft sein. So scheint die landläufige Meinung. Maschinenbau? Führend! Automobilbau? Führend – zumindest bei Verbrennungsmotoren! Digitalisierung? Ähm ... ja.

Bereits zur Hannover Messe fanden Vereine und Verbände deutliche Worte und sprachen Warnungen aus. Ungewöhnlich deutlich wurde damals VDE-Geschäftsführer Ansgar Hinz. Er warnte davor, dass Deutschlands technologische Führerschaft nicht so sicher ist, wie viele glauben. Gerade bei den entscheidenden Zukunftstechnologien sei Deutschland im weltweiten Vergleich nur Mittelmaß.

Und das betrifft nicht nur den Bildungssektor und die Wirtschaft, es betrifft auch die Infrastruktur Deutschlands. Dies zeigt sich unter anderem im Mobilfunkausbau – hier ist Deutschland bei der LTE-Flächenabdeckung im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz – sowie im Schienenverkehr: Viele Strecken müssen überholt, teils marode Brücken repariert werden. In einer vernetzten Welt sind diese Infrastrukturthemen aber unerlässlich. Der Datenaustausch muss gewährleistet sein, und auch im Güterverkehr muss es verlässliche Alternativen zu überlasteten Straßen geben. Dabei kann sich der Staat nicht immer nur auf private Investoren verlassen.

Anzeige

SCOPE fragt Sie: Welche Gründe sind Ihrer Meinung nach verantwortlich für die schwächelnde Konjunktur?

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Editorial

Einfach und günstig …

… ist das Teachen von Robotern für individuelle Aufgaben inzwischen. Das hat uns die Arbeit an unserem aktuellen Heftschwerpunkt „Roboterprogrammierung und -integration“ gezeigt. 

mehr...

Editorial

Ressourcen sind alles ...

... und meist begrenzt. Egal, ob es sich um menschliche Arbeitskraft, Maschinenzeiten, Energie, Rohstoffe oder Geld handelt: In unserer täglichen Arbeit geht es zunächst einmal um Ressourcen, und einige davon werden zunehmend knapper in Deutschland:...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Editorial

Aufschwung durch Intelligenz

71 Jahre alt wurde die Bundesrepublik in diesem Jahr. Wirtschaftlich durchlebte und durchlebt das Land den brutalsten Einbruch, seit das Grundgesetz in Kraft trat. Das Corona-Virus im Verbund mit einem tiefen Strukturwandel in der Automobilindustrie...

mehr...
Anzeige

Editorial

Es geht weiter

Im Herbst sollen Messen wieder stattfinden. Das hat die Politik erst kürzlich beschlossen. Doch die Verunsicherung der Unternehmen und Menschen ist dennoch groß. Das zeigt die Ausstellerbefragung der Stuttgarter Messe.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Editorial

Krisen müssen draußen bleiben

„Ich hab sie gar nicht kommen sehen, plötzlich stand sie da, groß wie ein Riese. Sie sagte: ‚Hallo, guten Tag, mein Name ist Krise!‘“ So stellt sich eine Krise im gleichnamigen Lied von Max Raabe vor, bevor sie bei ihm einzieht.

mehr...

Editorial

Gemeinsam weiter

Am 26. März zeigten sich mal wieder sehr deutlich die Auswirkungen, die das Coronavirus und die daraus resultierende Erkrankung Covid-19 auf die Industrie und unser berufliches Leben hat ...

mehr...