Coronavirus / Covid 19

Andreas Mühlbauer,

Wie Distributoren die Lieferkette aufrechterhalten

Der Distributor Reichelt Elektronik unternimmt große Anstrengungen, um den Spagat zwischen der Aufrechterhaltung des Betriebs, dem Mitarbeiterschutz und der Liefersicherheit in Zeiten von Corona zu bewältigen.

Christian Reinwald, Head of Product Management and Marketing bei Reichelt Eelektronik. © Reichelt Elektronik

Eine der größten Sorgen für produzierende Unternehmen ist derzeit die Unterbrechung der Lieferkette. Nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern wie Malaysia, Indien oder den Philippinen haben einschränkende Maßnahmen zu Produktionsstopps geführt.

In einem Blick hinter die Kulissen erklärt Christian Reinwald, Head of Product Management and Marketing bei Reichelt Elektronik, wie der Distributor dank Sicherheitsmaßnahmen den Betrieb aufrecht erhält, welche Herausforderungen er für die Lieferkette sieht und an welchen Stellen es zu Lieferengpässen kommt.

Herausforderungen für Distributoren in Zeiten der Corona-Quarantäne

Die größten Herausforderungen, denen Distributoren in der Covid-19-Krise gegenüberstehen, sind die Sicherstellung der Warenverfügbarkeit und weiterhin eine gute Betreuung der Kunden durch den Kundenservice, während gleichzeitig der Schutz der Mitarbeiter gewährleistet und Kontakteinschränkungen eingehalten werden müssen. Zudem kommt es bei der Zustellung von Paketen durch Logistikpartner zu Einschränkungen und Verzögerungen.

Reichelt Elektronik hat das eigene Ladengeschäft in Sande geschlossen und lässt einen Großteil der Verwaltungsmitarbeiter – etwa aus der Kundenbetreuung, dem Einkauf und dem Produktmanagement - aus dem Home-Office arbeiten. In der Logistik stellt ein neuer Schichtplan sicher, dass Mitarbeiter genügend Abstand voneinander halten. Das bedeutet zwar, dass weniger Personen pro Schicht arbeiten können, doch dies wird für die Sicherheit des Personals in Kauf genommen. Eine Ansteckung von Mitarbeitern und damit verbundene weitreichendere Auswirkungen auf den Betrieb sollen in jedem Fall vermieden werden.

Anzeige

Um die deutlich gestiegene Nachfrage dennoch bedienen zu können, wurden Sonderschichten eingeführt. "Unsere Mitarbeiter, ob im Home-Office oder im neuen Schichtbetrieb – haben sich schnell an die Umstellung gewöhnt. Ein eingespieltes Team sowie kurze Entscheidungswege helfen uns, mit schwierigen Situationen schnell zurechtzukommen", sagt Christian Reinwald. "Ebenso wichtig ist für uns ein guter Draht zu den Lieferanten."

Liefersicherheit trotz Krise?

Die größten Sorgen der Kunden sind derzeit neben gesundheitlichen Risiken vor allem, die Warenverfügbarkeit zu sichern sowie wichtige Komponenten ausreichend und rechtzeitig zu beschaffen. Für Distributoren bedeutet das vor allem, die Bestände zu erhöhen. Die Situation wird bei Reichelt Elektronik täglich geprüft, um schnell reagieren zu können.

"Wir haben unsere Lagerbestände rechtzeitig erhöht und können aktuell bis auf wenige Produktausnahmen noch gut liefern," gibt Reinwald Einblick in die derzeitige Situation. Neben Arbeitsschutzartikeln wie Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln stieg in den letzten Wochen vor allem die Nachfrage nach Home-Office-Ausstattung wie Laptops, Video-Konferenzsysteme und Headsets sowie Artikeln im Bereich der Messtechnik, beispielsweise IR-Thermometer.

Lieferengpässe für ganze Produktgruppen verzeichnet Reichelt derzeit nicht. Vereinzelte Produkte aus Fernost, Messgeräte, Laborausstattung, und IT, wie zum Beispiel Headsets, sind schwieriger zu bekommen. Die Lieferzeiten erhöhen sich von drei auf sechs Monate und die Preise steigen. Einzelne Netzwerktechnik-Komponenten sind nur noch schwer und in geringen Stückzahlen erhältlich. Auch bei einigen Bauteilen wie bestimmten Widerständen und Kunststoff-Gehäusen kündigen sich Engpässe an. Diese sind aber in Relation zum gesamten Sortiment noch Einzelfälle. 

Ausblick

„Die Bestellungen der Kunden – privat wie geschäftlich – sind immer noch auf einem hohen Niveau. Jedoch wissen wir um die Sorgen um die Lieferverfügbarkeit der Geschäftskunden,“ schließt Christian Reinwald. „Wir beantworten derzeit sehr viele Fragen zur Lieferzeit. Kunden prüfen ihre Planungssicherheit ab. Wir liegen der Nachfrage aktuell im Plan."

Anzeige
zurück zur Themenseite

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige