Arbeitsschutzkleidung

Andreas Mühlbauer,

Textiler Schutz in explosiver Umgebung

Personen, die in explosionsgefährdeten Bereichen tätig sind, müssen vor elektrostatischer Aufladung geschützt werden. Denn überall, wo brennbare Stoffe hergestellt, verarbeitet oder transportiert werden, kann unkontrollierte Funkenentladung verheerende Folgen haben.

Für einen wirksamen Schutz vor elektrostatischer Aufladung muss die PSA aus einer Kombination von Jacke und Hose bestehen und immer geschlossen getragen werden. © Mewa

Gehen, Knien, Schütteln, der Umgang mit Kunststoffen – bei vielen Arbeiten entsteht allein durch die Bewegung Reibungselektrizität. Wird diese Energie plötzlich freigegeben, kann sich ein brennbares Gemisch aus Luft und Staub oder Gas entzünden und eine Explosion herbeiführen. Für den Schutz der Arbeitnehmer vor dieser Gefahr ist nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) der Betreiber einer Anlage verantwortlich.

Arbeitgeber sind in der Pflicht

„Personen, die in explosionsgefährdeten Bereichen tätig sind, dürfen nach der Gefahrstoffverordnung nicht elektrostatisch aufgeladen sein. In diesem Fall wird die Arbeitskleidung als PSA, also Persönliche Schutzausrüstung, eingeordnet. Damit muss sie die allgemeinen Vorgaben für Schutzbekleidung nach der ISO 13688 sowie die Antistatik-Funktion nach der europäischen Norm EN 1149-5 erfüllen“, erklärt Silvia Mertens, Leitung Produktmanagement Vertrieb bei Mewa. Der größte Teil der Schutzkleidungs-Kollektionen, die im Textilsharing angeboten werden, haben mittlerweile eine Antistatik-Komponente im Gewebe. Die antistatische Wirkung entsteht durch einen speziellen Faden im Gewebe – in der Regel ein Polyester-Carbon-Verbund –, der vorhandene Ladung ableiten kann. Mertens betont: „Der Schutz der eingewebten Antistatik-Funktion hält so lange wie die Kleidung. Ein Nachrüsten nach dem Waschen ist nicht notwendig.“

Anzeige

Vorsicht bei „Alleskönner“-PSA

Für einen wirksamen Schutz vor elektrostatischer Aufladung muss die PSA aus einer Kombination von Jacke und Hose bestehen und immer geschlossen getragen werden. Ebenso wichtig sind ein ableitfähiges Schuhwerk sowie ableitfähige Fußböden. In Arbeitsumgebungen mit besonderer Explosionsgefahr darf die Schutzkleidung zudem nicht gewechselt oder an- und ausgezogen werden. Zur Herstellung sicherer Arbeitsbedingungen gilt die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 727 „Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladung“. Mertens sagt: „Ich empfehle, zuerst die Risiken an einem Arbeitsplatz über die Gefährdungsbeurteilung genau auszuloten, anschließend zu priorisieren und dann die Kriterien für die Schutzkleidung entsprechend festzulegen. So lässt sich eine PSA auswählen, die genau vor den Gefahren schützt, die es tatsächlich am Arbeitsplatz gibt.“ Eine Kleidung, die sehr viele Schutzfunktionen in sich vereinigt, sei häufig in Bezug auf einzelne Gefahren nicht so wirksam wie die Spezialausführung.

Einsatzbereiche mit Feuergefahr

Elektrisch leitfähige Schutzkleidung, die der Norm EN1149-5 entspricht, ist häufig in Unternehmen erforderlich, die der europäischen Explosionsschutz-Richtlinie ATEX (Atmosphäre Explosive) folgen müssen. Mertens: „Um den Anforderungen verschiedener Branchen und Einsatzbereiche gerecht zu werden, kombinieren wir die Antistatik-Funktion in den PSA-Linien mit Hitze- und Flammenschutz, Chemikalienschutz oder beiden Schutzfunktionen. Mit funktionalen Schnitten und unterschiedlichen Fasersubstraten ergeben sich daraus acht verschiedene Mewa-PSA-Linien – beispielsweise für Elektriker und Mechatroniker, Tankwagenfahrer oder die chemische Industrie.“ Für die Ausstattung mit Arbeits- und Schutzkleidung bietet Mewa seinen Kunden Textilsharing an. Die PSA wird direkt ins Haus geliefert, nach Gebrauch abgeholt und fachgerecht gepflegt. Der Dienstleister übernimmt die Prüfung und Wartung der Schutzkleidung, sodass bei Auslieferung nach dem Pflegeprozess die Schutzfunktionen weiterhin sichergestellt sind.

Mewa hat die Warnschutz-Linie „Dynamic Reflect“ um Sommeroutfits erweitert. © Mewa

Sichtbar sicher durch den Sommer

Weiterhin bietet Mewa Kleidung für ganz andere Arbeitsbereiche an. Insbesondere für den kommenden Sommer benötigen Menschen, die im Freien arbeiten, spezielle Kleidung. Wer in Straßenbau, Entsorgung oder Landschaftspflege tätig ist, braucht sichere Warnschutzkleidung – auch wenn das Thermometer steigt. Damit die Wahl der Sommerkleidung von Mitarbeitern nicht auf Kosten ihrer Sicherheit geht, bietet Mewa Warnschutzkleidung, die luftig und normgerecht ist. Im hygienischen Mietsystem hat das Unternehmen die Warnschutzkollektion „Dynamic Reflect“ um Shirts, Shorts und Westen ergänzt.

Die Kleidung ist zertifiziert nach der Warnschutznorm EN ISO 20471 und sichert die Sichtbarkeit ihrer Träger, beispielsweise durch waagerechte und senkrechte Reflexstreifen auf den Shirts. Entwickelt wurde die Kleidung für Menschen, die bei der Arbeit in Aktion sind. Shirts und Shorts passen sich den Bewegungen an. So engt auch beim Bücken und Strecken nichts ein, und das Hemd bleibt in der Hose. Um alle Arbeitsutensilien immer griffbereit zu haben, sind Westen und Hosen mit vielen Taschen ausgestattet. Auch hier bietet Mewa die Kleidung inklusive Pflege an. Der Dienstleister übernimmt die Aufbereitung und Pflege einschließlich Hol- und Bringservice. Profiwäsche sorgt auch dafür, dass Verordnungen und Richtlinien der Arbeitssicherheit und Hy- giene eingehalten werden. Nach jedem Waschen und Trocknen wird die Kleidung überprüft. Zurzeit hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut eine automatisierte Prüfanlage für Warnschutzkleidung entwickelt.

Nach Unterlagen von Mewa / am

Anzeige
zurück zur Themenseite

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Arbeitssicherheit

Maschinensicherheit und PSA

RS Components rückt das Thema Arbeitsschutz auf seiner Website in einem neuen Bereich mit Angebot und praktischen Hinweisen in den Fokus. Der Distributor liefert Produkte aller Sicherheitsbereiche, wie persönliche Schutzausrüstung,...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige