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Festo-Geschäftsjahr 2020/2021

Andreas Mühlbauer,

Stabil für die Zukunft aufgestellt

Festo steht nach eigenen Angaben wirtschaftlich stabil da und hat die Pandemie bislang gut gemeistert.

Dr. Oliver Jung, Vorstandsvorsitzender von Festo. © Festo

Die Festo-Gruppe hatte im Geschäftsjahr 2020 pandemiebedingt einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent zu verkraften. Der Umsatz lag bei 2,84 Mrd. Euro (Vorjahr 3,07 Mrd. Euro). Insgesamt gelang es aber durch vorausschauende Sparmaßnahmen und Beschäftigungssicherung, 2020 mit einem operativen Ergebnis leicht über Vorjahr abzuschließen.

„Damit haben wir unsere Belegschaft sicher durch das Krisenjahr geführt und eine gute Basis geschaffen, um für die wieder anlaufende Weltkonjunktur bereit zu sein. Gleichzeitig gibt es uns den finanziellen Freiraum, auch jetzt in unsere Zukunft zu investieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende, Dipl.-Ing. Dr. h.c. Oliver Jung. Die F+E-Quote des Unternehmens lag, wie im Vorjahr, bei 8 Prozent vom Umsatz.

Festo hat in den letzten Jahren nicht nur in Europa, sondern auch in den Wachstumsregionen Nordamerika und Asien kräftig investiert. Mit dem Ansatz „In der Region für die Region“ verfügt das Unternehmen über leistungsstarke Lieferketten, die auch jetzt global und lokal sicher in der Krise funktionieren.

Für 2021 rechnet das Unternehmen mit einem Aufholjahr. „Wir sind gut in das Jahr gestartet, mit einem starken Wachstum im ersten Quartal. Dennoch ist das Pandemieende noch nicht abschätzbar. Wir setzen daher unseren Sparkurs fort. Gleichzeitig investieren wir weiter in unsere Wachstums- und Innovationsstrategie“, bekräftigt Jung.

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Strategie 2025+

Das Unternehmen setzt seine neue Strategie 2025+ um. Die Schwerpunkte sind Wachstum und Performance, Innovation und Zukunftsmärkte, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) sowie Nachhaltigkeit. Digitalisierung und KI bestimmen die Produkt-Roadmap mit smarten und intelligenten Produkten und sind Enabler für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in den Kundenlösungen.

Festo setzt auf die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im digitalen Wandel. „Der Strukturwandel in vielen Branchen ist für uns deutlich spürbar von der Elektronikindustrie über die Elektromobilität bis hin zu LifeTech. Die Elektrifizierung in der Automobilindustrie nimmt gerade massiv Fahrt auf. Wir verzeichnen eine starke Nachfrage nach Automatisierungslösungen für die Produktion von Elektrofahrzeugen und Fahrzeugelektronik sowie die Batteriefertigung. Hinzu kommt ein großer Bedarf nach Qualifizierung im gesamten Spektrum der Elektrifizierung. Dies bietet uns für die nächsten Jahre große Wachstumschancen“, erläutert Jung.

Der Bedarf an Home Schooling und virtuellen Trainings in der Aus- und Weiterbildung (Digital Education) wächst in der Pandemie rasant. Im Lockdown hat Festo Didactic seine neue digitale Lernplattform, Festo LX, für den technischen Unterricht auf den Markt gebracht und eine kostenlose Homeschooling-Version für den Technikunterricht an Schulen bereitgestellt. 

Einen echten Boom erlebt das Geschäftsfeld LifeTech mit Medizintechnik und Laborautomation mit Zuwachsraten von über 100 Prozent. Festo baut sein 2018 eröffnetes Technical Engineering Center für LifeTech in Boston fortlaufend aus, um diesen vielversprechenden Wachstumsmarkt zu erschließen. Das Unternehmen leistet mit seinen Produkten auch einen Beitrag im Kampf gegen Covid-19. Insbesondere ermöglicht die Laborautomatisierung einen hohen Durchsatz bei Covid-19-Tests.  Auch bei der Impfstoffentwicklung und -herstellung ist Automatisierung der Schlüssel. „Automatisierung schafft die Voraussetzung, damit wir Menschen weltweit schnell, sicher und bezahlbar in hoher medizinischer Qualität versorgen und behandeln können ­­– sei es mit Arznei- und Impfstoffen, Atemschutzmasken oder medizinischen Geräten. Wir werden LifeTech daher in den nächsten Jahren weiter stark ausbauen“, sagt Dr. Oliver Jung.

Nachhaltigkeit benötigt Automatisierung und Bildung

„Wir müssen als Unternehmen und Gesellschaft in der Pandemie den Spagat schaffen, gleichzeitig Wege aus der Krise zu finden und uns nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Automation und technische Bildung sind ein Schlüssel dazu. Wir haben hier auch eine hohe gesellschaftliche Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung“, sagt Jung. Ziel ist es, die Produktion nach und nach in Richtung Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln. „Wir sind bei Festo davon überzeugt: Gerade die Pneumatik bietet an vielen Stellen massive Vorteile gegenüber der Elektrik, da kommt keine andere Technologie ran. Wir entwickeln das gerade in Richtung smarte und digitale Pneumatik weiter. Da steckt noch ein sehr großes Potenzial drin“, bekräftigt Jung.

Festo ist 2020 auch intern beim Klimaschutz weitergekommen und damit seinem Klimaziel, bis 2025 mindestens 30 Prozent CO2 einzusparen. Den größten Hebel für den Klimaschutz hat Festo bei seinen Kunden, durch die passende Produktauswahl aus Pneumatik und Elektrik. Denn rund 90 Prozent des CO2-Ausstoßes entstehen im Betrieb der Produkte und nur rund 10 Prozent bei der Herstellung. Smarte Produkte und Services, Digitalisierung und KI geben der Energieeffizienz auf dem Weg zur CO2-neutralen Produktion neue Impulse.

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